Judith Hornok

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Lähmende Angst: Das entscheidende Meeting

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Fallbeispiel zur Lähmenden Angst: Das entscheidende Meeting

Ich kenne Tom, einen befreundeten Geschäftsmann aus Kanada, schon lange. Eigentlich ist er ein sehr souveräner Typ, eine gestandene Persönlichkeit. Doch was er mir bei unserem letzten Treffen erzählt hat, haben auch Sie vielleicht schon erlebt:

Decodieren Sie den Moment

„Ich stehe vor der Konferenztür. Mein Hals ist trocken, meine Hände schwitzen. Die Krawatte sitzt zu eng und drückt – ich versuche sie zu lockern. Ich greife nach dem Türgriff, aber schaffe es nicht. Irgendetwas hindert mich daran ihn herunterzudrücken. Meine Hand fühlt sich schwer an, wie eingefroren. Ich kann sie nicht bewegen. Zweifel kommen auf. Was ich in der nächsten Stunde unternehmen werde, wird mein Leben beeinflussen. Die Ansage meines Chefs war klar: Wenn ich es heute nicht schaffe, die Kunden davon zu überzeugen diesen Vertrag zu unterzeichnen, dann kann ich meinen Job vergessen. Und wieder spüre ich es – dieses Gefühl in meinem Hals. Als würde mir jemand die Kehle zuschnüren und die Luft nehmen…“

Identifizieren Sie den Emotionalen Hinderer

© „Lähmende Angst“ Judith Hornok

Achtung: Bei Tom hat sich die “Lähmende Angst” angeschlichen und beginnt, ihn bereits vor Eintritt in den Konferenzraum zu manipulieren. Sie beginnt mit Fragen wie „Bin ich heute gut genug vorbereitet?“ und „Was wird das für ein Tag?“. Danach folgen Zweifel: „Es ist nicht das erste Mal, dass ich versagt habe. Was wird geschehen, wenn es wieder passiert?“. Die Gedankenspirale nimmt kein Ende: „Es sieht nicht gut aus, es könnte riskant werden…Wirst schon sehen – heute wird kein Vertrag unterschrieben werden!!!“ …

Verändern Sie die Situation – Bewusstsein: Was kann ich tun

Bevor Sie den Türgriff runterdrücken und in den Meeting Raum treten, nutzen Sie diesen Experten-Tipp, um die Lähmende Angst bereits im Vorfeld zu kontrollieren.

BADERS WERKZEUGKOFFER DER ANGSTKONTROLLE

Der ehemalige Skispringer und heutige Sportwissenschaftler Ferdinand Bader kennt aus seiner aktiven Zeit als Wettkämpfer und Leistungssportler die verschiedensten Formen von Angst. Zum Beispiel jenen Moment, wenn der Springer beim Wettkampf auf dem Sprungbalken sitzt und nach unten schaut. Bader, der selbst über 210 Meter weit flog, nutzte diese Herausforderung und stellte sich schon damals, wie er es heute nennt, seinen Werkzeugkoffer der Angstkontrolle zusammen. 2014 wandte er einige der Methoden aus seinem Werkzeugkoffer bei den Olympischen Spielen in Sotschi bei Carina Vogt an. Vogt wurde im selben Jahr Olympiasiegerin, die Erste in der Geschichte des Damen-Skispringens.

Eine Werkzeug aus dem Koffer: Tiefe Atmung üben

Ferdinand Bader: „Auch wenn es den meisten eigentlich bewusst ist, wenden es trotzdem nur die wenigsten an: Tiefe Atemzüge helfen, zu entspannen. Vor allem in Stresssituationen aber vergessen wir das und atmen tendenziell sehr flach. Daher ist es umso wichtiger, sich im ersten Schritt zu beruhigen, um sich dann hundertprozentig auf seine Aufgabe konzentrieren zu können – den Absprung auf der Skischanze oder für Gespräche und Geschäftsverhandlungen.“

Ferdinand Bader empfiehlt:

  • Setzen Sie sich auf einen ruhigen Platz, an dem Sie niemand stört.
  • Beginnen Sie, ganz tief und fest in den Brustkorb unter den Rippenbogen einzuatmen. Die Brust hebt und senkt sich dabei: 4 Sekunden einatmen, 4 Sekunden halten, 4 Sekunden ausatmen, 4 Sekunden halten.
  • Konzentrieren Sie sich auf die Atmung und wenden Sie die Atemübungen so lange an, bis Sie sich beruhigt haben und entspannter sind.

1 Kommentar

  1. Sonja Ohly

    Judith beschreibt sehr bildhaft, was uns allen tagtäglich passiert. Es gibt viele Situationen die uns überfordern und uns lähmen. Ich empfehle Judiths Buch zu lesen und ihre emotionellen Hinderer besser kennen zulernen.

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